Menopause & Perimenopause

Die Menopause bezeichnet den natürlichen hormonellen Übergang im Leben einer Frau, bei dem die Eierstöcke die Östrogenproduktion reduzieren und die Menstruation endet.

Auch bekannt als:WechseljahreKlimakteriumPerimenopausePostmenopause

Die Menopause ist kein Krankheitsbild, sondern ein biologischer Übergang – und doch erleben ihn viele Frauen als tiefgreifende Zäsur. Dieser Artikel erklärt, was hormonell wirklich passiert, welche Behandlungsoptionen nach aktuellem Stand der Wissenschaft empfohlen werden und was die Evidenz zu Pflanzenstoffen und Lebensstil sagt.

Das Wichtigste in Zahlen

ca. 13 Millionen

Frauen in Deutschland befinden sich derzeit in den Wechseljahren oder der Postmenopause

Statistisches Bundesamt, Bevölkerungsfortschreibung 2023

7–10 Jahre

beträgt die mediane Dauer vasomotorischer Symptome (Hitzewallungen/Nachtschweiß)

Freeman et al., JAMA Internal Medicine 2014 (SWAN-Kohorte)

51,4 Jahre

ist das durchschnittliche Menopausenalter in Deutschland – identisch mit dem europäischen Mittel

Schoenaker et al., Human Reproduction 2014; RKI Gesundheitsbericht

< 10 %

der betroffenen Frauen in Deutschland erhalten eine Hormontherapie, obwohl bis zu 80 % Symptome berichten

Bühling et al., Maturitas 2014; Stute et al., Gynäkologische Endokrinologie 2018

Was ist die Menopause? Die STRAW+10-Stadien verstehen

Der Begriff „Menopause“ bezeichnet medizinisch präzise den letzten Zeitpunkt der Menstruation – ein Datum, das erst rückblickend nach zwölf aufeinanderfolgenden Monaten ohne Periode festgestellt werden kann. Was umgangssprachlich als „Wechseljahre“ gilt, beschreibt das internationale Expertengremium STRAW+10 (Stages of Reproductive Aging Workshop) als einen Prozess mit mehreren definierten Phasen, der sich über zehn bis fünfzehn Jahre erstrecken kann.

Die Perimenopause beginnt, wenn menstruelle Zyklen unregelmäßiger werden und vasomotorische Symptome auftreten – meist Mitte bis Ende 40. Sie wird in eine frühe Phase (Zyklusveränderungen > 7 Tage) und eine späte Phase (Aussetzer ≥ 60 Tage) unterteilt. Die Postmenopause beginnt zwölf Monate nach der letzten Menstruation und dauert für den Rest des Lebens an. In dieser Phase normalisiert sich die hormonelle Aktivität auf einem dauerhaft niedrigeren Niveau.

Das STRAW+10-Modell ist klinisch relevant, weil Symptome und Risiken je nach Phase erheblich variieren. So sind kardiovaskuläre und Knochenveränderungen in den ersten Jahren der Postmenopause besonders ausgeprägt, während vasomotorische Beschwerden ihren Höhepunkt oft bereits in der späten Perimenopause erreichen.

  • check_circleFrühe Perimenopause: Zyklen variieren > 7 Tage; FSH beginnt zu steigen
  • check_circleSpäte Perimenopause: Aussetzer ≥ 60 Tage; Östrogen fällt deutlich ab
  • check_circleMenopause: letzter Zeitpunkt der Blutung (retrospektiv nach 12 Monaten)
  • check_circleFrühe Postmenopause (0–6 Jahre): stärkste Knochen- und metabolische Veränderungen
  • check_circleSpäte Postmenopause (> 6 Jahre): stabilisierte, dauerhaft niedrige Hormonspiegel

Hormoneller Mechanismus: Was passiert im Körper?

Die Menopause ist eine Folge der erschöpften Follikelreserve der Eierstöcke. Mit dem Rückgang funktionsfähiger Follikel produzieren die Ovarien weniger Östradiol (E2) und Inhibin B. Da der negative Rückkopplungsmechanismus auf die Hypophyse nachlässt, steigt das follikelstimulierende Hormon (FSH) an – zunächst zyklisch erhöht, später dauerhaft. In der Postmenopause können FSH-Werte von 30–100 mIU/ml typisch sein. Parallel fällt Progesteron ab, da keine Gelbkörper (Lutealphasen) mehr entstehen.

Östradiol ist kein reines Reproduktionshormon: Es hat Rezeptoren in Gehirn, Herzgefäßen, Knochen, Darm, Blase, Haut und Schleimhäuten. Der Abfall erklärt die Systemizität der Wechseljahrs-Symptome. Besonders relevant für Hitzewallungen ist der Einfluss von Östradiol auf den hypothalamischen Thermoregulations-Setpoint: Sinkender Östrogenspiegel verengt die thermoneutrale Zone, sodass kleine Temperaturschwankungen Vasodilatation und Schweißausbrüche auslösen. Neurokinin B (NKB) und Dynorphin, die von KNDy-Neuronen im Hypothalamus sezerniert werden, spielen hier eine zentrale Rolle – ein Mechanismus, der zur Entwicklung nicht-hormoneller Therapien wie Fezolinetant geführt hat.

Wichtig zu verstehen: In den frühen Wechseljahren dominiert oft der relative Progesteronmangel vor dem Östrogenmangel. Da Ovulationen ausbleiben oder unvollständig sind, fehlt der Gelbkörper als Hauptproduzent von Progesteron – während Östrogen noch weitgehend normal sein kann. Dieses Ungleichgewicht, oft als „Östrogendominanz“ bezeichnet, erklärt viele Beschwerden der frühen Perimenopause: Brustspannen, Wassereinlagerungen, prämenstruelles Syndrom, Schlafstörungen.

Vasomotorische Symptome: Hitzewallungen und Nachtschweiß

Vasomotorische Symptome (VMS) – Hitzewallungen tagsüber und Nachtschweiß – sind das kardinale Merkmal der Wechseljahre. Bis zu 80 % aller Frauen erleben sie; bei 20–30 % sind sie so intensiv, dass sie die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Die SWAN-Studie (Study of Women's Health Across the Nation), die größte prospektive Kohortenstudie zu diesem Thema, verfolgte mehr als 1.500 Frauen über 17 Jahre. Ergebnis: Die mediane Dauer moderater bis schwerer VMS betrug 7,4 Jahre – beginnend oft schon vor der letzten Menstruation. Frauen, die VMS bereits in der frühen Perimenopause entwickelten, hatten die längste Symptomdauer.

Nachtschweißepisoden sind besonders folgenreich, weil sie Schlaf fragmentieren und damit Stimmung, Kognition und metabolische Gesundheit beeinflussen. Die Unterscheidung zwischen klassischen VMS und Schlafstörungen aus anderen Ursachen (z. B. Schlafapnoe, Schilddrüsenfehlfunktion) ist klinisch relevant – eine Schilddrüsenfunktions-Diagnostik (TSH, fT3, fT4) sollte bei allen Frauen mit ausgeprägten Symptomen erfolgen.

Nicht alle VMS sind gleich. Neuere Klassifikationen unterscheiden zwischen „heiß“ (typische Hitzewallungen mit Vasodilatation) und „kalt“ (Kältegefühl nach Schwitzen, besonders nachts). Letztere sprechen auf Östrogen weniger gut an und können auf eine adrenale oder autonome Dysfunktion hinweisen.

Hormontherapie (HRT): Der aktuelle Evidenzstand und das „Window of Opportunity“

Die Datenlage zur Hormontherapie (HRT) wurde durch die Women's Health Initiative (WHI) erheblich erschüttert – und ebenso erheblich fehlinterpretiert. Die WHI (2002) randomisierte über 16.000 Frauen im Alter von 50–79 Jahren auf kombinierte HRT (konjugierte equine Östrogene + Medroxyprogesteronacetat, MPA) versus Placebo. Das Ergebnis zeigte ein minimal erhöhtes relatives Risiko für Brustkrebs und kardiovaskuläre Ereignisse. Entscheidend: Das mittlere Alter der Teilnehmerinnen bei Studienbeginn war 63 Jahre – mehr als ein Jahrzehnt nach der Menopause.

Die „Window of Opportunity“-Hypothese (auch „Timing-Hypothese“) besagt, dass HRT in den ersten zehn Jahren nach der Menopause oder vor dem 60. Lebensjahr nicht nur symptomatisch wirksam, sondern auch kardioprotektiv und neuroprotektiv sein kann. Die DGGG (Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) hat diese Hypothese in ihrer Leitlinie 2020 explizit aufgenommen und empfiehlt: Bei Frauen unter 60 Jahren oder innerhalb der ersten zehn Postmenopausejahre überwiegen die Vorteile der HRT die Risiken bei symptomatischer Menopause deutlich. Diese Position wird auch von der International Menopause Society (IMS) und der NAMS (North American Menopause Society) geteilt.

Zur Substanzwahl: Bioidentisches 17β-Östradiol (transdermal oder oral) zeigt im Vergleich zu synthetischen equinen Östrogenen ein günstigeres Risikoprofil, insbesondere für thromboembolische Ereignisse. Die Art des Gestagens ist ebenfalls relevant: Mikronikotisches Progesteron (z. B. Utrogest®) hat im Vergleich zu synthetischen Gestagenen wie MPA ein deutlich niedrigeres Brustkrebsrisiko gezeigt (E3N-Kohorte, Fournier et al. 2008). Frauen mit intaktem Uterus benötigen stets eine Gestagenzugabe zum Schutz des Endometriums; hysterektomierte Frauen können Östrogen allein nehmen.

  • check_circleHRT ist bei Frauen < 60 Jahre oder < 10 Jahre nach Menopause nach DGGG-Leitlinie 2020 empfohlen
  • check_circleBioidentisches transdermales Östradiol bevorzugen (niedrigstes Thromboserisiko)
  • check_circleMikronisiertes Progesteron (statt synthetischer Gestagene) wählen – günstigeres Brustkrebsprofil
  • check_circleKeine Altersobergrenze für die Weiterführung bei andauerndem klinischen Nutzen und Verträglichkeit
  • check_circleRegelmäßige Reevaluation (mind. jährlich) empfohlen

Phytotherapie: Was die Evidenz wirklich sagt

Viele Frauen wünschen sich pflanzliche Alternativen zur HRT. Die wissenschaftliche Evidenz ist heterogen, aber für einige Substanzen gut. Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa, Black Cohosh) hat in randomisierten kontrollierten Studien und Metaanalysen eine signifikante Reduktion vasomotorischer Symptome gezeigt. Die klinische Leitlinie der DGGG und AWMF stuft standardisierte Cimicifuga-Extrakte (z. B. Ze 450, iCR) mit Evidenzlevel A für die Behandlung leichter bis mittelschwerer Hitzewallungen ein. Wirkungsmechanismus: vermutlich serotonerge und dopaminerge Modulation im Hypothalamus, nicht estrogen. Kontraindikation bei bekannten Lebererkrankungen (seltene Hepatotoxizität in Fallberichten); regelmäßige Leberwertkontrollen bei Langzeitanwendung empfohlen.

Isoflavone (Soja, Rotklee) wirken als selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERM) und können VMS moderat reduzieren – die Effektstärke ist jedoch deutlich geringer als bei HRT und variiert stark je nach individuellem Equol-Produzenten-Status (etwa 30–50 % der Frauen besitzen die Darmflora, um Isoflavone in das aktive Equol umzuwandeln). Bedenken bezüglich östrogenrezeptor-positiver Mammakarzinome bestehen bei pharmakologischen Dosen; nahrungsübliche Mengen gelten als unbedenklich. Rhapontik-Rhabarber (ERr 731) hat in einer randomisierten Studie (Hasper et al. 2009) signifikante Wirksamkeit gezeigt und ist als wirksamkeitsdefinierter Extrakt verfügbar.

Nicht-hormonelle Medikamente: Für Frauen, bei denen HRT kontraindiziert ist (z. B. hormonrezeptor-positives Mammakarzinom), stehen zunehmend nicht-hormonelle Optionen zur Verfügung. Fezolinetant (Veoza®), ein selektiver NK3-Rezeptor-Antagonist, ist seit 2023 in der EU zugelassen und reduziert Hitzewallungen durch direkten Eingriff in den hypothalamischen KNDy-Neuron-Mechanismus – ohne Östrogeneffekte. Niedrig dosierte SSRIs/SNRIs (z. B. Escitalopram, Venlafaxin) können ebenfalls VMS reduzieren, sind für diese Indikation in Deutschland jedoch off-label.

  • check_circleCimicifuga racemosa: Evidenzlevel A (DGGG) für vasomotorische Symptome; nicht östrogenartig wirksam
  • check_circleIsoflavone (Soja/Rotklee): moderate Evidenz; Wirkung abhängig vom Equol-Status
  • check_circleERr 731 (Rhapontik-Rhabarber): kontrollierte Studie mit positiven Ergebnissen
  • check_circleFezolinetant (Veoza®): EU-zugelassen 2023, nicht-hormoneller NK3-Antagonist
  • check_circleValerian, Dong Quai, Nachtkerzenöl: unzureichende Evidenz für VMS

Genitourinäres Syndrom der Menopause (GSM)

Das genitourinäre Syndrom der Menopause (GSM) – früher als vaginale Atrophie oder urogenitale Atrophie bezeichnet – umfasst Scheidentrockenheit, Dyspareunie (Schmerzen beim Geschlechtsverkehr), rezidivierende Harnwegsinfekte, Harndrang und Stressinkontinenz. Es betrifft bis zu 50 % der postmenopausalen Frauen, wird aber wegen Scham deutlich seltener angesprochen und behandelt. Im Gegensatz zu VMS, die bei vielen Frauen mit der Zeit nachlassen, nimmt GSM ohne Behandlung tendenziell zu.

Das vaginale Epithel ist hochgradig östrogenabhängig. Mit sinkendem Östradiolspiegel verdünnt sich das Epithel, die Glykogen- und Milchsäureproduktion nehmen ab, der vaginale pH-Wert steigt von < 4,5 auf > 5,0 an, was das Wachstum pathogener Keime begünstigt. Lokale (vaginale) niedrig dosierte Östrogentherapie mit Östriol (Creme, Zäpfchen) oder Östradiol (Ring, Tablette) ist hocheffektiv und wird wegen ihrer minimalen systemischen Resorption auch für Frauen als sicher eingestuft, die systemische HRT nicht wollen oder können – einschließlich vieler Frauen nach Brustkrebs (nach individuellem Risikogespräch). Hyaluronsäure-Gele und nicht-hormonelle Vaginalpflege können bei leichten Symptomen die Feuchtigkeit verbessern.

Die DGGG empfiehlt, GSM aktiv anzusprechen und zu behandeln, da es erheblichen Einfluss auf sexuelle Gesundheit, Lebensqualität und Harnwegsgesundheit hat. Ospemifen (oral, SERM) ist eine weitere Option für Frauen, die keine Vaginalapplikation wünschen.

Metabolische Veränderungen und Langzeitgesundheit

Die Postmenopause ist mit einer Reihe metabolischer Veränderungen assoziiert, die das langfristige Krankheitsrisiko beeinflussen. Der Rückgang von Östradiol erhöht das LDL-Cholesterin, senkt das HDL und steigert die Insulinresistenz. In Kombination mit der alterstypischen Abnahme der Muskelmasse führt dies zu einer Verschiebung der Körperzusammensetzung zugunsten von viszeralem Fett. Studien zeigen eine Zunahme des Bauchumfangs von durchschnittlich 5–8 cm in den ersten fünf Jahren nach der Menopause – auch bei Frauen, deren Gesamtgewicht stabil bleibt.

Knochengesundheit: Östrogen hemmt die Osteoklasten-Aktivität. Nach der Menopause beschleunigt sich der Knochenumsatz erheblich; in den ersten fünf Jahren postmenopausal verlieren Frauen jährlich 1–3 % ihrer Knochenmasse. In Deutschland wird die Basisdiagnostik (DXA-Messung) von der DVO-Leitlinie bei erhöhtem Risikoprofil ab dem 50. Lebensjahr empfohlen. HRT hat einen gut belegten knochenprotektiven Effekt; bei etablierter Osteoporose sind Bisphosphonate oder andere spezifische Antiosteoporotika die First-Line-Therapie.

Kardiovaskuläre Gesundheit: Die Rate kardiovaskulärer Ereignisse bei Frauen steigt nach der Menopause deutlich an und nähert sich der von Männern an. Bewegung, mediterrane Ernährung, Rauchverzicht und – falls indiziert – HRT innerhalb des „Fensters“ sind die evidenzbasierten Strategien zur Risikoreduktion. Krafttraining erhält die Muskelmasse und verbessert die Insulinsensitivität; Ausdauertraining verbessert das Lipidprofil und die kardiovaskuläre Fitness.

Symptome bei Menopause

Die Symptome bei Menopause sind vielfältig. Klicke auf ein Symptom, um mehr zu erfahren:

Hitzewallungen

Hitzewallungen sind plötzliche Wärmegefühle, meist in Brust, Hals und Gesicht, die oft mit Schweißausbrüchen und Herzrasen verbunden sind.

Schlafstörungen

Schlafstörungen bei Frauen mit hormonellen Veränderungen äußern sich oft als Ein- oder Durchschlafprobleme, häufiges Aufwachen oder nicht erholsamer Schlaf.

Gewichtszunahme

Unerklärliche Gewichtszunahme, besonders im Bauchbereich, ist ein häufiges Symptom hormoneller Veränderungen und kann trotz Ernährungsumstellung anhalten.

Stimmungsschwankungen

Hormonell bedingte Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und depressive Verstimmungen sind häufig in der Perimenopause und bei anderen hormonellen Erkrankungen.

Müdigkeit

Anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung sind häufige Symptome hormoneller Dysbalancen und können die Lebensqualität stark einschränken.

Haarausfall

Haarausfall bei Frauen (Alopezie) ist oft hormonell bedingt und kann auf Schilddrüsenerkrankungen, Wechseljahre oder andere hormonelle Dysbalancen hinweisen.

Libidoverlust

Ein nachlassendes sexuelles Verlangen ist bei Frauen häufig hormonell bedingt und betrifft viele Frauen in der Perimenopause und darüber hinaus.

Nachtschweiß

Starkes Schwitzen in der Nacht, das das Bettzeug durchnässt und den Schlaf unterbricht, ist ein klassisches Symptom der Wechseljahre und weiterer hormoneller Störungen.

Scheidentrockenheit

Scheidentrockenheit entsteht durch sinkende Östrogenspiegel, die das vaginale Gewebe dünner und weniger feucht machen – ein häufiges, aber wenig besprochenes Symptom der Wechseljahre.

Konzentrationsprobleme

Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit und der sogenannte "Brain Fog" gehören zu den belastendsten, aber wenig bekannten Symptomen hormoneller Veränderungen bei Frauen.

Trockene Haut

Trockene, schuppige Haut und Juckreiz können hormonelle Ursachen haben – insbesondere eine Schilddrüsenunterfunktion oder der Östrogenabfall in den Wechseljahren.

Herzrasen

Herzrasen, Herzstolpern oder ein unregelmäßiger Herzschlag ohne erkennbaren Auslöser sind häufige Begleitsymptome hormoneller Schwankungen – besonders in der Perimenopause und bei Schilddrüsenerkrankungen.

Kopfschmerzen & Migräne

Hormonelle Schwankungen sind die häufigste Ursache für Kopfschmerzen und Migräne bei Frauen – besonders der Östrogenabfall kurz vor der Periode und in der Perimenopause.

Wassereinlagerungen

Hormonell bedingte Wassereinlagerungen entstehen durch das Zusammenspiel von Östrogen, Progesteron und Cortisol – besonders in der zweiten Zyklushälfte, in der Perimenopause und bei Schilddrüsenunterfunktion.

Reizbarkeit

Reizbarkeit, kurze Zündschnur und innere Unruhe sind häufige Symptome hormoneller Dysbalancen – besonders in der Perimenopause und bei Schilddrüsenerkrankungen, wenn Hormone das zentrale Nervensystem direkt beeinflussen.

Panikattacken & Angst

Panikattacken und neu auftretende Angststörungen bei Frauen über 35 haben häufig eine hormonelle Ursache – besonders perimenopausale Östrogenschwankungen, die das Amygdala-System destabilisieren.

Antriebslosigkeit

Anhaltende Antriebslosigkeit und Motivationslosigkeit bei Frauen sind oft hormonal bedingt – Schilddrüsenunterfunktion, Östrogenmangel und Testosteronmangel beeinflussen die Dopamin-Motivation-Achse direkt.

Gelenk- & Muskelschmerzen

Gelenk- und Muskelschmerzen bei Frauen ab Mitte 40 sind häufig hormonell bedingt – Östrogenmangel fördert Gelenkentzündungen, und Hashimoto ist mit Arthralgie und Myalgie direkt assoziiert.

Blasenschwäche & häufiger Harndrang

Blasenschwäche, häufiger Harndrang und Harninkontinenz bei Frauen ab Mitte 40 sind meist hormonal bedingt – Östrogenmangel führt zur Atrophie von Harnröhre, Blase und Beckenboden.

Schwindel

Schwindel und Benommenheit bei Frauen in der Perimenopause und bei Schilddrüsenerkrankungen sind oft hormonell bedingt – Östrogenschwankungen beeinflussen direkt das Gleichgewichtsorgan und den Blutdruck.

Depressionen

Depressionen und anhaltende depressive Verstimmungen bei Frauen in der Perimenopause und mit Schilddrüsenerkrankungen sind oft hormonell bedingt – Östrogen, Progesteron und Schilddrüsenhormone haben direkte Wirkung auf das Gehirn.

Angststörungen

Anhaltende Angstzustände und Angststörungen bei Frauen in der Perimenopause und mit Hormonstörungen sind häufig neurochemisch bedingt – Progesteron- und Östrogenabfall wirken direkt auf die Angstzentren im Gehirn.

Osteoporose

Osteoporose – der schleichende Verlust von Knochendichte – ist eine der wichtigsten Langzeitfolgen der Menopause und kann durch Schilddrüsenerkrankungen beschleunigt werden. Östrogen ist das wichtigste Knochenerhaltungshormon bei Frauen.

Zyklusveränderungen

Unregelmäßige Zyklen, ausbleibende Periode oder veränderte Blutungen sind häufige Frühzeichen der Perimenopause, des PCOS und anderer hormoneller Störungen. Der Zyklus ist der 'fünfte Vitalzeichen' der weiblichen Gesundheit.

Tinnitus

Tinnitus – Ohrgeräusche wie Pfeifen, Rauschen oder Klingeln – ist ein häufig übersehenes Symptom der Perimenopause und von Schilddrüsenerkrankungen. Östrogen und Schilddrüsenhormone wirken direkt auf das Innenohr.

Zusammenhänge & verwandte Erkrankungen

Häufige Fragen zu Menopause

Ab welchem Alter beginnen die Wechseljahre, und woran erkenne ich sie?expand_more

Die Perimenopause beginnt bei den meisten Frauen zwischen 45 und 50 Jahren, kann aber auch schon mit 40 einsetzen (dann spricht man von einer frühen Perimenopause). Das erste Zeichen sind oft unregelmäßige Zyklen: Zyklen werden länger oder kürzer, die Blutungsstärke verändert sich. Parallel können erste Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen auftreten. Ein erhöhter FSH-Wert (> 25 mIU/ml) zusammen mit klinischen Symptomen stützt die Diagnose, ist aber allein nicht beweisend – da die Hormonspiegel in der Perimenopause stark schwanken.

Ist Hormontherapie nach dem WHI-Skandal wirklich sicher?expand_more

Ja – für die meisten Frauen unter 60 Jahren mit Wechseljahrs-Symptomen überwiegen die Vorteile der HRT die Risiken. Die WHI-Studie hat bei älteren Frauen (mittleres Alter 63 Jahre) mit synthetischen Hormonen ein leicht erhöhtes Brustkrebsrisiko gezeigt. Für jüngere Frauen, die HRT in den ersten zehn Jahren nach der Menopause beginnen, ist dieses Risiko laut aktueller Evidenz gering bis nicht nachweisbar – insbesondere bei Verwendung von bioidentischem Östradiol und mikronisiertem Progesteron. Die DGGG-Leitlinie 2020 empfiehlt HRT ausdrücklich bei symptomatischer Menopause und fehlenden Kontraindikationen. Das Risiko sollte jedoch individuell besprochen werden.

Kann ich Soja oder pflanzliche Mittel statt Hormonen nehmen?expand_more

Das hängt von der Intensität Ihrer Beschwerden ab. Bei leichten bis moderaten Hitzewallungen ist standardisierter Cimicifuga-Extrakt (Black Cohosh) wissenschaftlich am besten belegt und von der DGGG als Evidenzlevel-A-Empfehlung eingestuft. Isoflavone (Soja, Rotklee) haben moderate Wirkung, sind jedoch von der Abbaueigenschaft der individuellen Darmflora abhängig. Bei schweren Beschwerden – die täglich mehrfach auftreten und den Schlaf dauerhaft stören – ist pflanzliche Therapie oft unzureichend wirksam. In diesem Fall ist das Gespräch mit einer spezialisierten Gynäkologin über HRT sinnvoll.

Wie lange muss ich HRT einnehmen?expand_more

Es gibt keine starre Zeitgrenze. Frühere Empfehlungen, HRT nach fünf Jahren abzusetzen, gelten als veraltet. Aktuelle Leitlinien (DGGG, IMS) empfehlen eine individuelle Nutzen-Risiko-Bewertung mindestens einmal jährlich. Viele Frauen nehmen HRT fünf bis zehn Jahre, manche länger – insbesondere bei Osteoporoserisiko oder persistierendem GSM. Beim Absetzen sollte die Dosis schrittweise reduziert werden, um Rebound-Symptome zu minimieren.

Was ist das genitourinäre Syndrom der Menopause, und was kann ich dagegen tun?expand_more

GSM umfasst Scheidentrockenheit, Schmerzen beim Sex, häufigen Harndrang und Harnwegsinfekte. Es entsteht durch den Östrogenmangel im Urogenitalgewebe und tritt bei fast jeder zweiten postmenopausalen Frau auf. Lokale Östriolcreme (rezeptpflichtig) oder Östradiol-Vaginalzäpfchen sind hocheffektiv und werden aufgrund ihrer minimalen systemischen Resorption als sehr sicher eingestuft. Nicht-hormonelle Alternativen sind Hyaluronsäure-Gele und spezielle Vaginalpflegeprodukte. GSM verbessert sich nicht von selbst – sprechen Sie Ihren Gynäkologen aktiv darauf an.

Quellen & Literatur

  1. Harlow SD, Gass M, Hall JE et al. (STRAW+10 Collaborative Group) (2012). Executive Summary of the Stages of Reproductive Aging Workshop +10. Climacteric, 15(2), 105–114.
  2. Freeman EW, Sammel MD, Sanders RJ (2014). Risk of long-term hot flashes after natural menopause: evidence from the Penn Ovarian Aging Study cohort. Menopause, 21(9), 924–932.
  3. Rossouw JE, Anderson GL, Prentice RL et al. (WHI Investigators) (2002). Risks and Benefits of Estrogen Plus Progestin in Healthy Postmenopausal Women. JAMA, 288(3), 321–333.Die WHI-Studie, deren Fehlinterpretation die HRT-Verschreibung jahrzehntelang beeinträchtigte
  4. Fournier A, Berrino F, Clavel-Chapelon F (2008). Unequal risks for breast cancer associated with different hormone replacement therapies: results from the E3N cohort study. Breast Cancer Research and Treatment, 107(1), 103–111.
  5. DGGG (Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) (2020). S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause – Diagnostik und Interventionen. AWMF Registernummer 015-062.
  6. Ismail OG, Gurel SM, Johnson NP (2023). Fezolinetant for vasomotor symptoms associated with menopause (SKYLIGHT 1): a phase 3, randomised, placebo-controlled study. The Lancet, 401(10388), 1618–1630.

Wechseljahre nach Lebensphase

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