Hashimoto Thyreoiditis

Hashimoto Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift, was zu einer chronischen Entzündung und häufig zu einer Schilddrüsenunterfunktion führt.

Auch bekannt als:Hashimoto-ThyreoiditisHashimoto's Thyreoiditisautoimmune Thyreoiditis

Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Autoimmunerkrankung in Deutschland und die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion. Trotzdem werden viele Betroffene jahrelang nicht korrekt diagnostiziert – oder erhalten zwar eine Diagnose, aber keine ausreichende Behandlung ihrer Symptome. Dieser Artikel erklärt den Erkrankungsmechanismus, was die aktuelle Forschung zu Selen, Ernährung und optimaler TSH-Einstellung zeigt, und wann eine Behandlung wirklich sinnvoll ist.

Das Wichtigste in Zahlen

~10 %

der Frauen in Deutschland sind von Hashimoto-Thyreoiditis betroffen – Männer erkranken 7- bis 10-mal seltener

Jacobson DL et al., Clinical Immunology and Immunopathology 1997; Sichler et al., Dtsch Arztebl 2020

5–10 Jahre

dauert es im Durchschnitt von den ersten Symptomen bis zur Diagnose

Autoimmune Register Deutschland; Patientenorganisation Schilddrüse e.V.

bis zu 80 %

der TPO-Antikörper-positiven Frauen entwickeln über zehn Jahre eine manifeste Hypothyreose

Vanderpump MP et al., Clinical Endocrinology 1995 (Whickham Survey Follow-up)

2–4× höher

ist das Fehlgeburtsrisiko bei Frauen mit erhöhten TPO-Antikörpern in der Frühschwangerschaft

Negro R et al., Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 2006

Was ist Hashimoto-Thyreoiditis? Der Autoimmunmechanismus

Hashimoto-Thyreoiditis (chronische lymphozytäre Thyreoiditis) ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem körpereigenes Schilddrüsengewebe als fremd erkennt und chronisch angreift. Der Mechanismus ist komplex: Eine gestörte immunologische Toleranz führt dazu, dass T-Helferzellen (insbesondere Th1-Zellen) und zytotoxische T-Zellen Schilddrüsenzellen direkt schädigen. Parallel produzieren B-Zellen Autoantikörper gegen die Thyreoperoxidase (TPO-Antikörper, TPO-Ak) und gegen Thyreoglobulin (TG-Ak). TPO ist das Schlüsselenzym der Schilddrüsenhormon-Synthese; Antikörper gegen TPO hemmen die Funktion direkt und markieren Zellen für den Angriff durch das Komplementsystem.

Charakteristisch ist ein Th1/Th2-Ungleichgewicht: Bei Hashimoto überwiegt die Th1-vermittelte zelluläre Immunantwort, was zur chronischen Entzündung und zur Lymphozyten-Infiltration des Schilddrüsengewebes führt. Das Entzündungsinfiltrat zerstört schrittweise Follikel und funktionstüchtige Thyrozyten. Dieser Prozess kann sich über Jahre bis Jahrzehnte hinziehen. Zunächst kann der Körper den Funktionsverlust kompensieren (subklinische Hypothyreose: TSH erhöht, fT4 normal); erst wenn die Kompensationskapazität erschöpft ist, entsteht eine manifeste Hypothyreose.

Warum erkranken Frauen so viel häufiger? Östrogen moduliert die Immunantwort in Richtung erhöhter Autoimmunbereitschaft (Th2-Aktivierung, stärkere B-Zell-Antwort, höhere Antikörperproduktion). Genetische Prädisposition (HLA-DR3, HLA-DR5, CTLA-4-Polymorphismen) und Umweltfaktoren (Jodüberschuss, Selen- oder Vitamin-D-Mangel, Rauchen, Stress) spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

  • check_circleTPO-Antikörper (TPO-Ak): Marker für aktive Autoimmunaktivität; findet sich bei > 95 % der Hashimoto-Patienten
  • check_circleTG-Antikörper (TG-Ak): häufig begleitend erhöht; wird auch bei gesunden Menschen gefunden
  • check_circleSonographie: echoarmes, inhomogenes Schilddrüsengewebe ist typisch für Hashimoto
  • check_circleTSH allein ist nicht ausreichend – fT3, fT4 und Antikörper müssen mitbestimmt werden

Diagnose: Klinische Scores, Laborwerte und Sonographie

Die Diagnose Hashimoto basiert auf drei Säulen: Klinik, Labordiagnostik und Sonographie. Klinisch ist die Unterscheidung zwischen der hypothyreoten Form (Müdigkeit, Gewichtszunahme, Frieren, Verstopfung, Haarausfall, verlangsamte Reflexe) und der initial hyperthyreoten Phase (Hashitoxikose: Nervosität, Herzrasen, Gewichtsverlust) wichtig. Der Billewicz-Score und der Zulewski-Score sind validierte klinische Scoring-Systeme, die Symptome und Befunde in Punkte umrechnen und eine Wahrscheinlichkeitseinschätzung für Hypothyreose liefern – nützlich, wenn Laborwerte im Grenzbereich liegen.

Labordiagnostik: TSH ist der sensitivste Marker für die Schilddrüsenfunktion. Bei Hashimoto sollte immer ein erweitertes Profil bestimmt werden: TSH, freies T4 (fT4), freies T3 (fT3) und TPO-Antikörper. Thyreosinulin-Antikörper (TG-Ak) können zusätzlich informativ sein. Ein erhöhter TSH mit niedrigem fT4 beweist die manifeste Hypothyreose. Ein erhöhter TSH mit normalem fT4 ist die subklinische Hypothyreose – die Grenze, ab der behandelt werden sollte, ist wissenschaftlich umstritten (TSH > 4,0 vs. TSH > 2,5 je nach Kontext, Alter und Symptomstärke).

Sonographie: Der Ultraschall der Schilddrüse zeigt bei Hashimoto typischerweise ein echoarmes, inhomogenes Parenchym mit unregelmäßiger Echostruktur und fibrotischen Anteilen. Das Organ kann initial vergrößert (Struma) oder normal groß sein; im späten Stadium findet sich oft eine Schrumpfung (Atrophie). Die Sonographie ist kein Routinecontrol-Instrument, aber bei der Erstdiagnostik und bei unklaren Tastbefunden essenziell – und sie ersetzt nicht die Labordiagnostik.

Optimale TSH-Einstellung: Labor-Normal ist nicht dasselbe wie funktional optimal

Dieser Punkt ist einer der wichtigsten und gleichzeitig einer der am meisten missverstandenen Aspekte der Hashimoto-Behandlung. Der Laborreferenzbereich für TSH beträgt in Deutschland üblicherweise 0,4–4,0 mIU/L (Abweichungen je nach Labor). Dieser Bereich wurde an einer Bevölkerungsstichprobe ermittelt und schließt Personen mit subklinischer Hypothyreose und sogar manifester Hashimoto-Erkrankung ein. Er ist ein statistischer, kein klinischer Normwert.

Viele Endokrinologen und Schilddrüsenspezialisten empfehlen für Hashimoto-Patientinnen unter Behandlung einen funktional optimalen TSH-Zielbereich von 1,0–2,5 mIU/L – einem Bereich, in dem die meisten Menschen subjektiv beschwerdefrei sind und fT3 und fT4 im oberen Normbereich liegen. Bei Patientinnen mit persistierenden Symptomen trotz TSH im „Normalbereich“ sollte immer auch das freie T3 (fT3) gemessen werden: Manche Hashimoto-Patientinnen konvertieren T4 schlecht zu T3 (verminderte 5'-Deiodinase-Aktivität), sodass trotz ausreichendem fT4 ein funktioneller T3-Mangel besteht.

Schwangerschaft: In der Schwangerschaft gelten deutlich engere TSH-Zielwerte – im ersten Trimester sollte TSH < 2,5 mIU/L liegen. Frauen mit bekannter Hashimoto-Erkrankung sollten die Schilddrüsenfunktion idealerweise vor einer geplanten Schwangerschaft optimieren lassen und bei Schwangerschaftseintritt sofort einen spezialisierten Endokrinologen aufsuchen.

  • check_circleTSH-Labornorm 0,4–4,0 mIU/L schließt viele Hashimoto-Patientinnen ein – kein klinisches Qualitätskriterium
  • check_circleFunktional empfohlener Zielbereich unter L-Thyroxin: TSH 1,0–2,5 mIU/L
  • check_circleImmer auch fT3 und fT4 messen – nicht nur TSH
  • check_circleBei Schwangerschaft: TSH < 2,5 mIU/L im 1. Trimenon als Ziel
  • check_circleSymptomkontrolle ist ebenso wichtig wie der Laborwert

Selen bei Hashimoto: Was die Studien zeigen

Selen ist ein essentielles Spurenelement, das für die Funktion der Schilddrüse und des Immunsystems zentral ist. Die Schilddrüse hat unter allen Organen die höchste Selenkonzentration pro Gramm Gewebe. Selenoproteine (insbesondere Glutathionperoxidasen und Thioredoxinreduktase) schützen die Schilddrüse vor oxidativem Stress – einem Mechanismus, der bei Hashimoto besonders relevant ist, da die chronische Entzündung freie Radikale produziert.

Klinische Evidenz: Die Metaanalyse von Toulis et al. (2010, Thyroid) analysierte vier randomisierte kontrollierte Studien und zeigte, dass eine tägliche Supplementierung mit 200 µg Natriumselenit die TPO-Antikörper-Titer signifikant senkt (um durchschnittlich 20–40 %). Die Metaanalyse von Fan et al. (2014, BMC Endocrine Disorders) bestätigte diesen Effekt und zeigte zudem eine Verbesserung des Schilddrüsen-Ultraschallbefunds. Die klinische Relevanz dieser Antikörperreduktion – also ob sich dadurch auch die Progression der Erkrankung und die subjektiven Symptome verbessern – ist weiterhin Gegenstand der Forschung.

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) empfiehlt eine Selensubstitution von 200 µg/Tag für drei bis sechs Monate bei Hashimoto-Patientinnen mit erhöhten TPO-Antikörpern und nachgewiesenem Selenmangel (Serum-Selen < 120 µg/L). Eine Überdosierung ist zu vermeiden (Toxizitätsgrenze liegt bei dauerhafter Einnahme > 400 µg/Tag). Selenmethionin (organisch gebunden, in Nahrungsergänzungsmitteln) hat eine bessere Bioverfügbarkeit als anorganisches Natriumselenit, letzteres war in den meisten Studien verwendet.

  • check_circleSelen 200 µg/Tag senkt TPO-Ak signifikant (Toulis et al. 2010, Fan et al. 2014)
  • check_circleSerumselenspiegel vor Supplementierung bestimmen (Zielwert: 120–150 µg/L)
  • check_circleMaximale Tagesdosis: 200–300 µg; > 400 µg/Tag toxisch
  • check_circleOrganisch gebundenes Selenmethionin hat bessere Bioverfügbarkeit
  • check_circleKein Ersatz für L-Thyroxin – ergänzende Maßnahme

Ernährung, Gluten und Hashimoto: Was stimmt und was ist Mythos

Kaum ein Thema ist bei Hashimoto mit mehr Halbwissen und Fehlinformationen besetzt als die Ernährung. Die meistdiskutierte Frage: Sollten Hashimoto-Patientinnen auf Gluten verzichten? Die wissenschaftliche Grundlage dieser Empfehlung ist die Hypothese der molekularen Mimikry: Gliadin, ein Bestandteil des Glutenproteins, soll strukturell Ähnlichkeit mit Thyreoperoxidase aufweisen. Das Immunsystem könnte bei Kreuzreaktivität zwischen Gliadinpeptiden und TPO-Epitopen ausgelöste Antikörper auch gegen die Schilddrüse richten.

Diese Hypothese ist mechanistisch plausibel, aber klinisch unbewiesen. Eine zöliakieunabhängige Glutensensitivität bei Hashimoto ist in Einzelfällen beschrieben; systematische Studien zur glutenfreien Ernährung als Hashimoto-Therapie zeigen widersprüchliche Ergebnisse. Gesichert ist die Assoziation zwischen Hashimoto und Zöliakie (beide sind Autoimmunerkrankungen, die häufig komorbid auftreten – Prävalenz der Zöliakie bei Hashimoto-Patientinnen ca. 3–5× höher als in der Allgemeinbevölkerung). Bei Verdacht auf Zöliakie (gastrointestinale Symptome, Malabsorptionszeichen, Anämie) sollte eine serologische Testung (Anti-tTG-IgA, Gesamt-IgA) erfolgen.

Für alle anderen Ernährungsaspekte gilt: Eine entzündungshemmende Ernährung (mediterran, reich an Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien, Zink, Selen, Jod in physiologischen Mengen) ist sinnvoll. Jodsupplementierung in pharmakologischen Dosen sollte vermieden werden – hohe Jodbelastung kann die Autoimmunaktivität bei Hashimoto verschlechtern. Täglicher Jodbedarf (150–200 µg für Erwachsene) sollte über Nahrung gedeckt werden; Kelp-Supplemente oder hochdosierte Jodpräparate sind kontraindiziert.

Hashimoto und Schwangerschaft

Hashimoto ist die häufigste Schilddrüsenerkrankung in der Schwangerschaft und kann – unbehandelt – zu ernsthaften Komplikationen führen. Erhöhte TPO-Antikörper, auch bei noch normalem TSH, sind mit einem signifikant erhöhten Risiko für Fehlgeburten im ersten Trimester assoziiert. Die prospektive Studie von Negro et al. (2006, JCEM) zeigte, dass Frauen mit TPO-Ak und TSH im Normbereich, die L-Thyroxin erhielten, eine deutlich niedrigere Fehlgeburtsrate hatten als unbehandelte Kontrollpersonen (3,5 % vs. 13,8 %).

Schilddrüsenhormone sind in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft essentiell für die fetale Gehirnentwicklung, da der Fötus in diesem Zeitraum noch keine eigene Schilddrüse hat. Selbst eine milde mütterliche Hypothyreose kann die neurologische Entwicklung des Kindes beeinträchtigen. Die Endokrine Gesellschaft empfiehlt daher: Bei allen schwangeren Frauen mit bekannter Hashimoto-Erkrankung, erhöhten TPO-Ak oder TSH > 2,5 mIU/L im ersten Trimester sollte eine Substitutionsbehandlung oder deren Intensivierung erwogen werden.

Nach der Geburt ist das Risiko für eine postpartale Thyreoiditis bei Frauen mit vorbestehenden TPO-Ak erhöht – diese kann sich als hyperthyreote Phase (3–6 Monate postpartal) manifestieren, gefolgt von einer hypothyreoten Phase. Die meisten Frauen erholen sich, aber etwa 20–30 % entwickeln eine dauerhafte Hypothyreose.

Symptome bei Hashimoto

Die Symptome bei Hashimoto sind vielfältig. Klicke auf ein Symptom, um mehr zu erfahren:

Müdigkeit

Anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung sind häufige Symptome hormoneller Dysbalancen und können die Lebensqualität stark einschränken.

Gewichtszunahme

Unerklärliche Gewichtszunahme, besonders im Bauchbereich, ist ein häufiges Symptom hormoneller Veränderungen und kann trotz Ernährungsumstellung anhalten.

Haarausfall

Haarausfall bei Frauen (Alopezie) ist oft hormonell bedingt und kann auf Schilddrüsenerkrankungen, Wechseljahre oder andere hormonelle Dysbalancen hinweisen.

Konzentrationsprobleme

Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit und der sogenannte "Brain Fog" gehören zu den belastendsten, aber wenig bekannten Symptomen hormoneller Veränderungen bei Frauen.

Schlafstörungen

Schlafstörungen bei Frauen mit hormonellen Veränderungen äußern sich oft als Ein- oder Durchschlafprobleme, häufiges Aufwachen oder nicht erholsamer Schlaf.

Stimmungsschwankungen

Hormonell bedingte Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und depressive Verstimmungen sind häufig in der Perimenopause und bei anderen hormonellen Erkrankungen.

Frieren

Übermäßige Kälteempfindlichkeit und das ständige Frieren trotz normaler Umgebungstemperatur ist ein häufiges Zeichen einer Schilddrüsenunterfunktion.

Verstopfung

Eine verlangsame Verdauung und Verstopfung sind häufige, aber oft nicht erkannte Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion und hormoneller Veränderungen.

Trockene Haut

Trockene, schuppige Haut und Juckreiz können hormonelle Ursachen haben – insbesondere eine Schilddrüsenunterfunktion oder der Östrogenabfall in den Wechseljahren.

Libidoverlust

Ein nachlassendes sexuelles Verlangen ist bei Frauen häufig hormonell bedingt und betrifft viele Frauen in der Perimenopause und darüber hinaus.

Nachtschweiß

Starkes Schwitzen in der Nacht, das das Bettzeug durchnässt und den Schlaf unterbricht, ist ein klassisches Symptom der Wechseljahre und weiterer hormoneller Störungen.

Scheidentrockenheit

Scheidentrockenheit entsteht durch sinkende Östrogenspiegel, die das vaginale Gewebe dünner und weniger feucht machen – ein häufiges, aber wenig besprochenes Symptom der Wechseljahre.

Herzrasen

Herzrasen, Herzstolpern oder ein unregelmäßiger Herzschlag ohne erkennbaren Auslöser sind häufige Begleitsymptome hormoneller Schwankungen – besonders in der Perimenopause und bei Schilddrüsenerkrankungen.

Kopfschmerzen & Migräne

Hormonelle Schwankungen sind die häufigste Ursache für Kopfschmerzen und Migräne bei Frauen – besonders der Östrogenabfall kurz vor der Periode und in der Perimenopause.

Wassereinlagerungen

Hormonell bedingte Wassereinlagerungen entstehen durch das Zusammenspiel von Östrogen, Progesteron und Cortisol – besonders in der zweiten Zyklushälfte, in der Perimenopause und bei Schilddrüsenunterfunktion.

Reizbarkeit

Reizbarkeit, kurze Zündschnur und innere Unruhe sind häufige Symptome hormoneller Dysbalancen – besonders in der Perimenopause und bei Schilddrüsenerkrankungen, wenn Hormone das zentrale Nervensystem direkt beeinflussen.

Antriebslosigkeit

Anhaltende Antriebslosigkeit und Motivationslosigkeit bei Frauen sind oft hormonal bedingt – Schilddrüsenunterfunktion, Östrogenmangel und Testosteronmangel beeinflussen die Dopamin-Motivation-Achse direkt.

Gelenk- & Muskelschmerzen

Gelenk- und Muskelschmerzen bei Frauen ab Mitte 40 sind häufig hormonell bedingt – Östrogenmangel fördert Gelenkentzündungen, und Hashimoto ist mit Arthralgie und Myalgie direkt assoziiert.

Schwindel

Schwindel und Benommenheit bei Frauen in der Perimenopause und bei Schilddrüsenerkrankungen sind oft hormonell bedingt – Östrogenschwankungen beeinflussen direkt das Gleichgewichtsorgan und den Blutdruck.

Depressionen

Depressionen und anhaltende depressive Verstimmungen bei Frauen in der Perimenopause und mit Schilddrüsenerkrankungen sind oft hormonell bedingt – Östrogen, Progesteron und Schilddrüsenhormone haben direkte Wirkung auf das Gehirn.

Angststörungen

Anhaltende Angstzustände und Angststörungen bei Frauen in der Perimenopause und mit Hormonstörungen sind häufig neurochemisch bedingt – Progesteron- und Östrogenabfall wirken direkt auf die Angstzentren im Gehirn.

Muskelschwäche

Muskelschwäche, Muskelsteifigkeit und rasche Erschöpfung beim Sport sind häufige, aber wenig bekannte Symptome bei Schilddrüsenunterfunktion, Hashimoto und hormonellen Dysbalancen.

Bauchbeschwerden

Blähungen, Verstopfung, Durchfall und Bauchschmerzen sind häufige Begleitsymptome bei Hashimoto, PCOS und hormonellen Dysbalancen – Schilddrüsenhormone und Östrogen wirken direkt auf die Darmfunktion.

Zusammenhänge & verwandte Erkrankungen

Häufige Fragen zu Hashimoto

Welche Laborwerte sollte ich bei Hashimoto regelmäßig kontrollieren lassen?expand_more

Das Minimum-Profil bei Hashimoto umfasst: TSH, freies T4 (fT4), freies T3 (fT3) und TPO-Antikörper. Bei stabiler Einstellung auf L-Thyroxin empfiehlt sich eine Kontrolle alle 6–12 Monate. Bei Dosisänderungen, Symptomveränderungen oder Schwangerschaft häufiger. Selen-Serumwerte sind vor und nach Supplementierung sinnvoll. Vitamin D und Ferritin sollten einmalig bestimmt werden, da Mangelzustände die Schilddrüsenfunktion beeinflussen können.

Warum fühle ich mich trotz normalem TSH-Wert noch schlecht?expand_more

Das ist eine häufige und berechtigte Frustration. Mögliche Gründe: (1) Ihr TSH ist zwar im Laborbereich (z. B. 3,8 mIU/L), liegt aber außerhalb Ihres individuellen Wohlfühlbereichs. Viele Patientinnen fühlen sich bei TSH 1,0–2,0 mIU/L besser. (2) Trotz ausreichendem T4 wandeln Sie T4 schlecht in das aktive T3 um – eine verminderte Deiodinase-Aktivität. Lösung: fT3 messen lassen. (3) Begleitende Mangelzustände (Selen, Ferritin, Vitamin D, Vitamin B12) ungeklärt. (4) Adrenale oder andere hormonelle Dysbalancen. Sprechen Sie diese Punkte konkret mit Ihrer Endokrinologin an.

Muss ich bei Hashimoto glutenfrei essen?expand_more

Nur wenn Sie gleichzeitig an Zöliakie oder nachgewiesener Glutensensitivität leiden. Die Hypothese, dass Gluten direkt Hashimoto auslöst oder verschlimmert, ist wissenschaftlich nicht belegt. Lassen Sie einen Zöliakie-Test machen (Anti-tTG-IgA, Gesamt-IgA) – die Komorbidität ist häufig. Falls der Test negativ ist und Sie keine gastrointestinalen Beschwerden haben, ist eine glutenfreie Ernährung nicht notwendig. Sinnvoller ist generell eine entzündungshemmende Ernährung mit viel Gemüse, Omega-3, ausreichend Selen und ohne jodreiche Supplemente.

Kann Hashimoto heilen?expand_more

Hashimoto ist eine chronische Autoimmunerkrankung – eine vollständige Heilung im Sinne einer Elimination der Autoimmunaktivität ist mit aktuellen Mitteln nicht möglich. Was erreicht werden kann: Remission (Antikörper werden niedrig oder nicht mehr messbar), Stabilisierung der Schilddrüsenfunktion unter Substitutionstherapie und deutliche Symptomfreiheit. Manche Patientinnen – besonders junge Frauen nach Elimination von Auslösern wie chronischem Stress, Jodüberschuss oder Selenmangel – erleben eine spontane Reduktion der Antikörper. Das Ziel der Behandlung ist eine maximale Lebensqualität, nicht die Normalisierung von Laborwerten allein.

Ab welchem TSH-Wert sollte L-Thyroxin begonnen werden?expand_more

Es gibt keine universelle Antwort. Die deutsche Leitlinie empfiehlt den Beginn bei TSH > 10 mIU/L in jedem Fall. Bei TSH 4,0–10 mIU/L (subklinische Hypothyreose) hängt die Entscheidung von Symptomen, Alter, TPO-Ak-Titer und reproduktiven Plänen ab. Bei Kinderwunsch oder Schwangerschaft sollte bereits bei TSH > 2,5 mIU/L (mit TPO-Ak) eine Behandlung erwogen werden. Bei beschwerdefreien postmenopausalen Frauen mit TSH 4–6 mIU/L ist abwartendes Monitoring mit regelmäßigen Kontrollen eine vertretbare Alternative – aber nur wenn Symptome wirklich fehlen.

Quellen & Literatur

  1. Toulis KA, Anastasilakis AD, Tzellos TG, Goulis DG, Kouvelas D (2010). Selenium supplementation in the treatment of Hashimoto's thyroiditis: a systematic review and a meta-analysis. Thyroid, 20(10), 1163–1173.
  2. Fan Y, Xu S, Zhang H et al. (2014). Selenium supplementation for autoimmune thyroiditis: a systematic review and meta-analysis. International Journal of Endocrinology, 2014, 904573.
  3. Negro R, Formoso G, Mangieri T, Pezzarossa A, Dazzi D, Hassan H (2006). Levothyroxine treatment in euthyroid pregnant women with autoimmune thyroid disease: effects on obstetrical complications. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 91(7), 2587–2591.
  4. Vanderpump MP, Tunbridge WM, French JM et al. (1995). The incidence of thyroid disorders in the community: a twenty-year follow-up of the Whickham Survey. Clinical Endocrinology (Oxf), 43(1), 55–68.
  5. Stathatos N, Daniels GH (2012). Autoimmune thyroid disease. Current Opinion in Rheumatology, 24(1), 70–75.
  6. Gärtner R, Gasnier BC, Dietrich JW, Krebs B, Angstwurm MW (2002). Selenium supplementation in patients with autoimmune thyroiditis decreases thyroid peroxidase antibodies concentrations. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 87(4), 1687–1691.Erste randomisierte kontrollierte Studie zu Selen und Hashimoto

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