Welche Ernährung hilft bei PCOS?
Kurze Antwort
Bei PCOS ist eine Low-GI-Ernährung (niedriger glykämischer Index) am wirkungsvollsten: Sie senkt den Insulinspiegel, reduziert Androgene und kann den Zyklus regulieren.
Warum spielt Ernährung bei PCOS so eine große Rolle?
Insulinresistenz ist bei 70–80 % der Frauen mit PCOS vorhanden – auch bei schlanken. Erhöhter Insulinspiegel stimuliert die Eierstöcke zur Androgenproduktion und hemmt gleichzeitig SHBG (das Protein, das Testosteron bindet), was freies Testosteron erhöht. Jede Mahlzeit, die den Insulinspiegel stark ansteigen lässt, verschlimmert diesen Kreislauf. Deshalb ist die Ernährung bei PCOS kein Lifestyle-Thema, sondern eine direkte hormonelle Intervention.
Was hilft: Low-GI und entzündungshemmend
**Empfohlene Lebensmittel:** Gemüse (alle Arten), Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen), Beeren, Nüsse, Samen, fettarmer Fisch (Omega-3), Avocado, Olivenöl, Vollkornprodukte in Maßen. **Meiden oder reduzieren:** Zucker und zuckerhaltige Getränke, Weißmehlprodukte, verarbeitete Kohlenhydrate, Alkohol, Milchprodukte (bei manchen Frauen erhöhen sie IGF-1). **Mahlzeitenstruktur:** Protein und Ballaststoffe bei jeder Mahlzeit essen, um Insulinspitzen zu dämpfen. Snacking zwischen den Mahlzeiten möglichst reduzieren.
Inositol: Das PCOS-Supplement mit der besten Evidenz
Myo-Inositol und D-Chiro-Inositol (idealerweise im Verhältnis 40:1) verbessern die Insulinsensitivität und können bei PCOS Eisprünge auslösen, Androgene senken und Zyklen regulieren. Mehrere randomisierte Studien zeigen Wirksamkeit vergleichbar mit Metformin – bei deutlich besserem Nebenwirkungsprofil. Typische Dosierung: 2 g Myo-Inositol + 50 mg D-Chiro-Inositol, zweimal täglich.
Weitere häufige Fragen
Kann Ernährung allein PCOS heilen?
PCOS kann durch Ernährung nicht geheilt, aber erheblich verbessert werden. Bei manchen Frauen normalisiert sich der Zyklus allein durch eine Low-GI-Ernährung und Gewichtsabnahme. Ernährung ist bei PCOS eine der wirkungsvollsten Maßnahmen überhaupt – wirkungsvoller als bei vielen anderen Hormonstörungen.
Ist eine Low-Carb-Diät bei PCOS sinnvoll?
Low-Carb kann bei PCOS sehr wirksam sein, weil es Insulinspiegel stark senkt. Studien zeigen Verbesserungen bei Zyklusregularität und Androgenwerten. Extreme Ketose ist nicht für alle geeignet – moderate Low-GI-Ernährung ist nachhaltiger und ebenso effektiv.
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