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Was ist PCOS und wie erkennt man es?

Kurze Antwort

PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom) ist die häufigste hormonelle Störung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Es ist gekennzeichnet durch erhöhte Androgene, unregelmäßige oder ausbleibende Eisprünge und oft veränderte Eierstöcke. Schätzungsweise 5–15 % aller Frauen sind betroffen.

Was ist das Polyzystische Ovarialsyndrom?

PCOS ist eine komplexe hormonell-metabolische Erkrankung, die mit 5–15 % aller Frauen im gebärfähigen Alter die häufigste hormonelle Störung dieser Altersgruppe darstellt. Der Name ist etwas irreführend: Nicht alle Frauen mit PCOS haben wirklich "Zysten". Die sogenannten polyzystischen Ovarien sind eigentlich viele kleine, unreife Follikel, die im Ultraschall wie ein Perlenkettenmuster aussehen. Das zentrale Problem ist ein gestörter Hormonhaushalt mit drei Kernelementen: erhöhte Androgenspiegel (männliche Hormone wie Testosteron und DHEA-S), Insulinresistenz in den Ovarien und im Muskelgewebe sowie eine gestörte Eizellreifung (Follikel wachsen, reifen aber nicht zur Ovulation). LH ist bei PCOS häufig relativ zu FSH erhöht. Ein LH/FSH-Quotient über 2:1 ist ein klassischer Laborhinweis. Vier verschiedene PCOS-Phänotypen mit unterschiedlichen Symptomkombinationen erklären, warum das Syndrom so heterogen erscheint.

Typische PCOS-Symptome

Die typischen Symptome variieren erheblich zwischen Betroffenen. Unregelmäßige oder ausbleibende Perioden (Oligomenorrhoe oder Amenorrhoe): Bei PCOS ist der Zyklus oft über 35 Tage lang oder bleibt ganz aus, Ausdruck fehlender Ovulation. Androgenüberschuss-Symptome: Hirsutismus (übermäßige Körperbehaarung an Gesicht, Brust, Bauch), androgenetischer Haarausfall am Kopf (Scheitel und Stirn) und hartnäckige Akne besonders im Kinn- und Kieferbereich bei Erwachsenen. Stoffwechselsymptome: Übergewicht oder Schwierigkeiten beim Abnehmen trotz normaler Ernährung (Insulinresistenz verhindert effiziente Fettverbrennung), Heißhunger auf Süßes nach Mahlzeiten. Allgemein: Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Stimmungsschwankungen. Fruchtbarkeitsprobleme: ausbleibende Schwangerschaft bei regelmäßigem ungeschütztem Verkehr. Wichtig: Eine schlanke Frau ohne sichtbare Androgenzeichen kann trotzdem PCOS haben. Die Diagnose ist breiter als das Klischee.

Wie wird PCOS diagnostiziert?

Die Diagnose erfolgt nach den Rotterdam-Kriterien (2003): Mindestens 2 von 3 der folgenden Kriterien müssen erfüllt sein: (1) Unregelmäßige oder ausbleibende Ovulation: Zyklen über 35 Tage oder unter 8 Zyklen pro Jahr; (2) Klinische oder laborchemische Zeichen von Hyperandrogenismus: Hirsutismus, Akne oder erhöhtes Testosteron bzw. DHEA-S im Blut; (3) Polyzystische Morphologie der Ovarien im transvaginalen Ultraschall: mindestens 20 Follikel pro Ovar oder vergrößertes Ovarvolumen. Vor der Diagnose müssen andere Ursachen ausgeschlossen werden: Schilddrüsenerkrankungen (TSH messen), erhöhtes Prolaktin, kongenitale adrenale Hyperplasie und Cushing-Syndrom. Empfohlenes Blutpanel: FSH, LH, Testosteron, SHBG, DHEA-S, Östradiol, Prolaktin, TSH, Nüchterninsulin und HbA1c. PCOS ist eine Ausschlussdiagnose. Sie wird gestellt, wenn andere Ursachen ausgeschlossen sind.

Weitere häufige Fragen

Ist PCOS eine ernste Erkrankung?

PCOS ist eine chronische Erkrankung mit langfristigen Gesundheitsrisiken: erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes (4-fach), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Endometriumkarzinom (bei ausbleibender Periode) und Depressionen. Mit der richtigen Behandlung (Lebensstil, ggf. Medikamente) können die meisten Langzeitrisiken erheblich reduziert werden.

Ab welchem Alter kann PCOS auftreten?

PCOS tritt meist in der Pubertät oder im frühen Erwachsenenalter (16–30 Jahre) zum ersten Mal auf. Es kann aber auch erst später erkannt werden. Viele Frauen erhalten die Diagnose erst, wenn sie schwanger werden möchten und dabei Schwierigkeiten haben.

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