Fragen & Antworten

Wie wird Schilddrüsenunterfunktion behandelt?

Kurze Antwort

Schilddrüsenunterfunktion wird standardmäßig mit Levothyroxin (T4) behandelt. Die Dosis wird individuell angepasst, bis der TSH-Wert im Zielbereich liegt. Bei anhaltenden Symptomen trotz normalem TSH kann eine T4+T3-Kombinationstherapie sinnvoll sein. Selen und eine schilddrüsenfreundliche Ernährung unterstützen die Behandlung.

Levothyroxin: Die Standardbehandlung

Levothyroxin (T4, z.B. Euthyrox, L-Thyroxin) ist das am häufigsten verschriebene Medikament in Deutschland. Es wird täglich morgens auf nüchternen Magen eingenommen – 30–60 Minuten vor dem Frühstück, da Nahrung die Aufnahme stark reduziert. Auch Kalzium, Eisen und Kaffee blockieren die Aufnahme. Die Anfangsdosis ist niedrig (25–50 µg) und wird alle 6–8 Wochen angepasst, bis TSH im Zielbereich liegt.

Was ist der optimale TSH-Zielwert?

Der Laborreferenzbereich für TSH liegt bei 0,4–4,0 mIU/l. Für symptomatische Patientinnen ist das oft zu breit: Viele fühlen sich erst bei TSH 0,5–2,0 wirklich gut. Bei Hashimoto-Patientinnen empfehlen manche Endokrinologen einen TSH-Zielwert von 0,5–1,5. Auch fT3 sollte geprüft werden – manche Frauen konvertieren T4 schlecht zu T3 und benötigen eine Kombinationstherapie.

T4+T3-Kombinationstherapie

Etwa 10–15 % der Hypothyreose-Patientinnen fühlen sich trotz gut eingestelltem TSH nicht gut – Fatigue, Brain Fog, Depression bleiben. Bei diesen Frauen kann eine Kombination aus T4 (Levothyroxin) und T3 (Liothyronin) oder die Verwendung von natürlichem Schilddrüsenextrakt (NDT, z.B. Armour Thyroid) hilfreich sein. In Deutschland ist T3 verschreibungspflichtig; Gespräch mit Endokrinologin sinnvoll.

Weitere häufige Fragen

Muss ich Levothyroxin lebenslang nehmen?

Bei Hashimoto-Hypothyreose und permanenter Schilddrüsenunterfunktion ja – die zugrundeliegende Autoimmunschädigung ist nicht reversibel. Bei subklinischer Hypothyreose ohne Hashimoto kann in manchen Fällen eine Beobachtung ohne Medikamente sinnvoll sein. Die Entscheidung hängt von TSH-Höhe, Symptomen, Schwangerschaftswunsch und Ursache ab.

Warum fühle ich mich trotz Levothyroxin nicht gut?

Häufige Gründe: TSH noch nicht optimal eingestellt (zu hoch, selten zu niedrig), schlechte T4-zu-T3-Konversion (fT3 prüfen!), Einnahme-Fehler (Kaffee/Kalzium blockieren Aufnahme), Nährstoffmängel (Selen, Eisen, Vitamin D), oder andere Ursachen der Beschwerden (Perimenopause, Anämie). Mit Endokrinologin sprechen und vollständiges Panel checken.

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